Schwander: „Wiedereinführung einer Dienstpflicht ohne harte Bandagen führen“

Die Junge Union Rhein-Main fordert dazu auf, die Debatte rund um die Wiedereinführung einer allgemeinen Dienstpflicht in Deutschland sachlich und zielorientiert zu führen und die harten Bandagen im Schrank zu lassen. Das Thema sei zu sensibel und benötige einen klaren Blick auf die Sache. „Es gibt sicher gute Argumente für und gegen die Wiedereinführung einer Dienstpflicht. Die gilt es auszutauschen und abzuwägen. Was wir jedoch nicht brauchen, sind polemische Aussagen und Scheuklappen“, erklärt hierzu Yannick Schwander, Bezirksvorsitzender der Jungen Union Rhein-Main.

Die jüngsten Aussagen von FDP-Chef Christian Lindner führten laut Schwander nicht unbedingt zu einer sachlichen Debatte. „Wer mit Begriffen wie ‚Lebenszeitverschwendung‘ und ‚Freiheitsberaubung‘ ankommt, der verkennt den Wert eines Dienstes, der jahrzehntelag hervorragend funktionierte. Christian Lindner macht hier Stimmung mit Polemik und das zu einer Zeit, in der sachliche Debatten sowieso immer seltener werden“, fordert Schwander mehr Vernunft in der Debatte.

Ob man mit einer Wiedereinführung etwaige personelle Engpässe beispielsweise bei der Bundeswehr oder im Sozialwesen kompensieren könne, müsse geprüft werden. Schwander verweist jedoch vielmehr auf den persönlichen Gewinn für jeden Einzelnen, der einen solchen Dienst verrichtet. „Viele junge Männer haben über Jahrzehnte den Grundwehrdienst oder den Wehrersatzdienst geleistet und sind mit wertvollen Erfahrungen ausgestattet in das Berufsleben gestartet. Hierüber lohnt es sich zu diskutieren, vor allem da man der heutigen jungen Generation so häufig vorwirft, orientierungslos durch das Leben zu gehen“, blickt der Bezirkschef vor allem auf die persönliche Ebene.

Die jungen Christdemokraten sehen in der Debatte auch eine generelle Möglichkeit, über ehrenamtliches und soziales Engagement neu nachzudenken. „Während viele Vereine unter Personal- und vor allem Nachwuchsmangel leiden, gibt es viele Menschen, die einer gewissen Orientierungslosigkeit ausgesetzt sind oder die sich gesellschaftlich beteiligen wollen. Diese Debatte muss wieder belebt werden. Wer etwas ehrenamtlich leistet, gibt der Gesellschaft viel zurück und bekommt gleichzeitig extrem viel, seien es positive Erfahrungen oder Dank und Respekt, all das trägt zu einem gesunden Selbstwertgefühl bei. Eine Dienstplicht ist vielleicht sogar ein kleiner Schubser in diese Richtung“, merkt Schwander an.

Da eine solche Debatte immer auch von eigenen Erfahrungen lebt und neben aller Sachlichkeit, gerade diese – zum Teil emotionalen Erfahrungswerte – Einzug in die Diskussion erhalten sollen, fordert die Junge Union Rhein-Main ehemalige Dienstleistende auf, unter dem Hashtag #meinezivigeschichte oder #meinebundgeschichte in den sozialen Medien, einen Beitrag zur Diskussion zu leisten. „Vielleicht sind die Erfahrungen vieler ehemaliger Dienstleistender, seien es Zivildienst- oder Wehrdienstleistende genauso wie FSJler, ein wertvoller Beitrag für die derzeit stattfindende Diskussion. Reden und Austauschen lauten hier die Schlüsselworte“, so Schwander abschließend.

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